Aufgerollter Zahnseidefaden auf hellem Marmor im weichen Tageslicht

Zahnseide oder Interdentalbürste: was wann besser ist

Die Zahnbürste erreicht rund drei von fünf Zahnflächen. Die restlichen zwei liegen zwischen den Zähnen, und genau dort beginnen die meisten Zahnfleischentzündungen und ein großer Teil der Karies.

Das ist der Grund, warum an der Zwischenraumreinigung kein Weg vorbeiführt. Offen bleibt nur die Frage, womit. Und die Antwort ist weniger eine Glaubensfrage, als viele denken – sie hängt schlicht davon ab, wie viel Platz zwischen deinen Zähnen ist.

Der Unterschied in einem Satz

Zahnseide arbeitet mit einem flachen Faden und passt in enge Kontaktstellen, wo nichts anderes hineinkommt. Eine Interdentalbürste ist ein kleines Bürstchen mit Borsten und braucht einen Spalt, in den sie hineinpasst – dafür reinigt sie diesen Spalt gründlicher, weil Borsten mehr Fläche berühren als ein glatter Faden.

Daraus folgt die Regel, an der sich alles orientiert: Je enger der Zwischenraum, desto eher Zahnseide. Je weiter, desto eher Bürstchen.

Wonach du dich richtest

Zahnseide ist die richtige Wahl, wenn deine Zähne eng stehen und du beim Versuch, ein Bürstchen einzuführen, auf Widerstand stößt. Das ist bei jüngeren Menschen und bei stabilem Zahnfleisch der Normalfall. Sie ist außerdem die Wahl im Frontzahnbereich, wo die Kontaktflächen meist am engsten sind.

Interdentalbürsten sind überlegen, wenn sichtbare Dreiecke zwischen den Zähnen entstanden sind, wenn das Zahnfleisch zurückgegangen ist, bei Brücken, bei Implantaten und bei allem, was mit größeren Nischen zu tun hat. In diesen Fällen rutscht ein Faden einfach durch, ohne die Flächen wirklich abzureiben.

Und sehr oft ist es beides. Enge Front, weitere Seitenzähne – das ist ein häufiges Muster. Dann ist die Kombination nicht übertrieben, sondern die passende Lösung.

Welche Bürstchengröße zu deinen Zwischenräumen passt, lässt sich am besten in der Praxis bestimmen. Zu große Bürstchen verletzen das Zahnfleisch, zu kleine bringen wenig. Für die Zahnseide gilt das nicht, dort ist die Technik entscheidender als das Produkt.

Zahnseide richtig anwenden

  1. Etwa 40 Zentimeter abziehen und den Faden um die Mittelfinger wickeln, sodass ein kurzes, straffes Stück zwischen den Fingern bleibt.
  2. Vorsichtig durch die Kontaktstelle führen, nicht mit Schwung hineinschnappen lassen. Ein leichtes Hin- und Herbewegen hilft.
  3. Den Faden C-förmig um den Zahn legen und an der Zahnfläche entlang nach oben ziehen. Das ist der eigentliche Reinigungsschritt.
  4. Dasselbe am Nachbarzahn wiederholen, denn jeder Zwischenraum hat zwei Flächen.
  5. Für jeden Zwischenraum ein frisches Stück Faden nutzen.

Die MINTFloss Zahnseide gleitet auch durch engere Kontaktstellen, die Hollywood Smile Floss ist die Variante für die Smile Routine.

Interdentalbürsten richtig anwenden

Das Bürstchen ohne Drehen gerade in den Zwischenraum schieben und zwei- bis dreimal vor und zurück bewegen. Es soll leicht Widerstand geben, aber nicht klemmen. Muss es mit Kraft hineingedrückt werden, ist es zu groß.

Nicht drehen wie einen Schraubenzieher – das verbiegt den Draht und kann das Zahnfleisch verletzen. Nach der Anwendung ausspülen und trocknen lassen, ein Bürstchen hält je nach Nutzung ein bis zwei Wochen.

Blutet es beim ersten Mal, ist das kein Grund aufzuhören

Das ist der Punkt, an dem die meisten wieder aufgeben. Dabei ist Bluten am Anfang die Regel und nicht die Ausnahme: Entzündetes Zahnfleisch blutet bei Berührung. Wenn dein Zahnfleisch bisher nie gereinigt wurde, ist es an diesen Stellen fast immer leicht entzündet.

Nach ein bis zwei Wochen konsequenter täglicher Reinigung hört das in aller Regel auf, weil die Entzündung zurückgeht. Genau das ist das Ziel. Blutet es nach zwei Wochen unverändert stark, gehört es in die Praxis – mehr dazu im Beitrag über Zahnfleischbluten.

Unterstützend hilft in dieser Anfangsphase ein Zahnfleischgel mit Vitamin E, bei dauerhaft empfindlichem Zahnfleisch die PARO+ Linie.

Wann am Tag, und in welcher Reihenfolge?

Einmal täglich reicht, und der Abend ist der bessere Zeitpunkt: Über Nacht fließt weniger Speichel, Beläge haben dann die längste ungestörte Zeit.

Zur Reihenfolge gibt es zwei vertretbare Wege. Viele reinigen zuerst die Zwischenräume und putzen danach, damit die Zahnpasta auch in die geöffneten Zwischenräume gelangt. Andersherum funktioniert es ebenfalls. Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass es überhaupt jeden Tag passiert. Wie das Ganze in eine Routine passt, steht im Beitrag über die ideale Zahnpflege-Routine.

Häufige Fragen zu Zahnseide und Interdentalbürsten

Was ist besser, Zahnseide oder Interdentalbürste?

Es hängt vom Platz ab. Bei engen Kontaktstellen kommt nur Zahnseide hinein. Bei weiteren Zwischenräumen, zurückgegangenem Zahnfleisch, Brücken oder Implantaten reinigen Interdentalbürsten gründlicher, weil Borsten mehr Fläche berühren als ein Faden. Sehr oft ist die Kombination die richtige Antwort.

Reicht es, einmal am Tag die Zwischenräume zu reinigen?

Ja. Einmal täglich genügt, am besten abends. Über Nacht fließt weniger Speichel, deshalb haben Beläge dann die längste Zeit ungestört zu wirken.

Mein Zahnfleisch blutet, wenn ich Zahnseide benutze. Soll ich aufhören?

Nein. Bluten bedeutet in aller Regel, dass das Zahnfleisch an dieser Stelle entzündet ist, nicht dass du etwas falsch machst. Bei täglicher, sanfter Anwendung hört es meist innerhalb von ein bis zwei Wochen auf. Bleibt es unverändert stark, lass es zahnärztlich abklären.

Ersetzt eine Mundspülung die Zwischenraumreinigung?

Nein. Eine Spülung erreicht die Oberfläche, aber sie entfernt keinen anhaftenden Biofilm zwischen den Zähnen. Dafür braucht es mechanische Reinigung. Eine Spülung ist eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz.

Wie oft muss ich eine Interdentalbürste wechseln?

Je nach Nutzung nach ein bis zwei Wochen, spätestens wenn die Borsten sich verformen oder der Draht verbogen ist. Ein verbogenes Bürstchen reinigt schlechter und kann das Zahnfleisch verletzen.


Fachlicher Hintergrund: MINT Cosmetics wurde von Dr. Mariana Mintcheva gegründet, Zahnärztin mit Schwerpunkt ästhetische Zahnmedizin und Leiterin des MINT Dental Spa in Düsseldorf. Alle Ratgeber-Inhalte entstehen auf Basis zahnmedizinischer Praxiserfahrung. Sie ersetzen keine individuelle zahnärztliche Beratung.

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