Glatt verstrichene helle Paste und feine Mineralkörner in einer Schale auf Marmor

RDA-Wert bei Zahnpasta: was er bedeutet und welcher gut ist

Auf fast jeder Zahnpasta steht, wovor sie schützt und was sie aufhellt. Was fast nie draufsteht: wie stark sie schleift. Genau das misst der RDA-Wert, und für viele Menschen ist er wichtiger als jede Werbeaussage auf der Tube.

Was der RDA-Wert misst

RDA steht für Relative Dentin Abrasion, also den relativen Abrieb am Dentin. Im Labor wird gemessen, wie viel Zahnbein eine Zahnpasta beim Putzen abträgt, und das Ergebnis mit einer Referenzpaste verglichen, die den Wert 100 bekommt. Eine Zahnpasta mit RDA 50 trägt also etwa halb so viel ab wie die Referenz, eine mit RDA 150 anderthalbmal so viel.

Die internationale Norm für Zahnpasta erlaubt Werte bis 250. Alles darunter gilt als zulässig, aber zulässig heißt nicht, dass es für jeden Mund passt.

Warum gerade das Dentin zählt

Zahnschmelz ist das härteste Material im Körper. Dentin, das Zahnbein darunter, ist deutlich weicher. Solange es vom Schmelz und vom Zahnfleisch bedeckt ist, kommt die Zahnbürste nicht dran.

Das ändert sich, wenn das Zahnfleisch zurückgeht und die Zahnhälse frei liegen. Dann reibt die Zahnpasta direkt auf dem weichen Dentin. Eine stark schleifende Paste trägt dort über die Jahre Substanz ab, die Zahnhälse werden empfindlich und können keilförmige Defekte bekommen. Genau für diesen Fall ist der RDA-Wert die wichtigste Zahl.

RDA-Wert Tabelle: so ordnest du die Zahlen ein

RDA-Wert Abrieb Einordnung
0 bis 70 gering schonend, auch für empfindliche Zähne und freiliegende Zahnhälse
70 bis 100 mittel für gesunde Zähne im Alltag in Ordnung
100 bis 150 hoch nicht dauerhaft, nicht bei freiliegenden Zahnhälsen
über 150 sehr hoch nur kurzzeitig und gezielt, zum Beispiel als Polierpaste

Diese Einteilung ist verbreitet, aber nicht genormt. Sie ist eine gute Orientierung, keine feste Grenze.

Wer auf einen niedrigen RDA-Wert achten sollte

  • Bei empfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen. Hier ist ein niedriger Wert die halbe Miete. Mehr dazu im Beitrag Empfindliche Zähne.
  • Bei Zahnfleischrückgang, auch wenn die Zähne noch nicht empfindlich sind.
  • Wenn du kräftig putzt. Druck und Abrieb verstärken sich gegenseitig.
  • Bei Kronen, Veneers und Füllungen. Raue Oberflächen verfärben schneller.

Whitening-Zahnpasta und der RDA-Wert

Viele aufhellende Zahnpasten arbeiten über mehr oder gröbere Putzkörper. Sie entfernen Verfärbungen, indem sie die Oberfläche stärker abschleifen. Das wirkt kurzfristig, ist auf Dauer aber genau der falsche Weg: Der Schmelz wird dünner, das gelblichere Dentin scheint stärker durch und die Zähne wirken mit der Zeit dunkler statt heller.

Eine gute Whitening-Pflege setzt deshalb auf feine Putzkörper mit glatter Form und auf aufhellende Wirkstoffe, nicht auf Abrieb. Wie du Zähne dauerhaft hell hältst, steht in Zähne weiß halten.

Der RDA-Wert ist nicht alles

Drei Dinge entscheiden mit darüber, wie viel Zahnsubstanz du beim Putzen abträgst:

  1. Der Druck. Zu fest aufgedrückt richtet auch eine milde Paste Schaden an.
  2. Die Bürste. Harte Borsten verstärken den Abrieb. Bei empfindlichen Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen ist die MINT Sensitive Zahnbürste mit ultrasanften Filamenten die richtige Wahl. Welcher Härtegrad sonst passt, steht in Zahnbürste Härtegrad.
  3. Säure. Direkt nach Saurem ist der Schmelz weicher und reagiert empfindlicher auf Abrieb. Mehr dazu in Säureschutz für die Zähne.

Und ein verbreiteter Irrtum: Ein niedriger RDA-Wert bedeutet nicht, dass die Paste schlechter reinigt. Wie gründlich eine Zahnpasta Beläge löst, hängt vor allem von Form und Härte der Putzkörper ab, nicht nur davon, wie stark sie schleift.

Warum der RDA-Wert so selten auf der Tube steht

Es gibt keine Pflicht, ihn anzugeben. Viele Hersteller lassen ihn messen, kommunizieren ihn aber nicht. Wenn du es wissen willst, frag beim Hersteller nach. Eine Marke, die einen niedrigen Wert hat, sagt ihn dir in der Regel gern.

Der RDA-Wert der MINT Zahnpasten

Die MINT Zahnpasten arbeiten mit der von Dr. Mintcheva entwickelten MPT1 Ultra Polish Technologie: Perlit als feiner, glatter Putzkörper statt grober Schleifpartikel. Der RDA-Wert liegt laut MINT unter 37, also klar im schonenden Bereich. Mehr zur Technologie steht in Die Basis aller Zahnpflege.

Für empfindliche Zahnhälse ist die MINT Sensitive Zahnpasta die passende Wahl, für die Smile Routine die MINT Hollywood Smile Zahnpasta, die aufhellt, ohne auf groben Abrieb zu setzen.

Häufige Fragen zum RDA-Wert

Welcher RDA-Wert ist gut?

Für die tägliche Pflege gesunder Zähne ist ein Wert bis etwa 70 schonend und bis 100 in Ordnung. Bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen solltest du klar im unteren Bereich bleiben.

Welcher RDA-Wert bei empfindlichen Zähnen?

Möglichst niedrig, idealerweise unter 50. Bei empfindlichen Zähnen liegt das weiche Dentin oft frei, und das reagiert am stärksten auf Abrieb.

Wo finde ich den RDA-Wert meiner Zahnpasta?

Meist gar nicht auf der Verpackung, denn es gibt keine Pflicht zur Angabe. Frag beim Hersteller nach oder schau auf dessen Website.

Reinigt eine Zahnpasta mit niedrigem RDA-Wert schlechter?

Nicht unbedingt. Die Reinigungsleistung hängt vor allem von Form und Härte der Putzkörper ab. Feine, glatte Putzkörper können Beläge gründlich lösen, ohne viel Substanz abzutragen.

Was ist der Unterschied zwischen RDA und REA?

RDA misst den Abrieb am weicheren Dentin, REA (Relative Enamel Abrasion) den am Zahnschmelz. Weil Dentin empfindlicher reagiert und bei freiliegenden Zahnhälsen direkt betroffen ist, hat sich der RDA-Wert als wichtigere Kennzahl durchgesetzt.


Fachlicher Hintergrund: MINT Cosmetics wurde von Dr. Mariana Mintcheva gegründet, Zahnärztin mit Schwerpunkt ästhetische Zahnmedizin und Leiterin des MINT Dental Spa in Düsseldorf. Alle Ratgeber-Inhalte entstehen auf Basis zahnmedizinischer Praxiserfahrung. Sie ersetzen keine individuelle zahnärztliche Beratung.

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