Wenn Zahnpasta im Mund schäumt, ist dafür meistens ein Stoff verantwortlich: Natriumlaurylsulfat, auf Englisch Sodium Lauryl Sulfate, kurz SLS. Für die meisten Menschen ist das völlig unproblematisch. Für manche lohnt sich der Wechsel zu einer Zahnpasta ohne SLS aber spürbar.
Was SLS in der Zahnpasta macht
SLS ist ein Tensid, also eine waschaktive Substanz, wie sie auch in Shampoo und Duschgel steckt. In Zahnpasta hat es drei Aufgaben: Es verteilt die Paste im Mund, es hilft, Beläge und Speisereste zu lösen, und es sorgt für den Schaum, den viele mit „sauber" verbinden.
Der Schaum selbst putzt übrigens nicht. Er ist vor allem ein Gefühl.
Warum SLS umstritten ist
Aphthen
Der am besten untersuchte Punkt sind Aphthen, also die kleinen, schmerzhaften Bläschen und Geschwüre an der Mundschleimhaut. SLS kann die schützende Schicht der Schleimhaut angreifen. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 kam zu dem Ergebnis, dass Menschen mit wiederkehrenden Aphthen mit SLS-freier Zahnpasta tendenziell weniger und kürzere Episoden und weniger Schmerzen hatten. Die zugrunde liegenden Studien waren klein, der Zusammenhang ist aber plausibel und für Betroffene einen Versuch wert.
Empfindliche Mundschleimhaut
Wer zu Brennen, Rötungen oder einem rauen Gefühl an Wangen und Zunge neigt, reagiert manchmal auf SLS. Auch hier gilt: nicht jeder, aber manche deutlich.
Trockener Mund
Bei Mundtrockenheit fehlt der Speichelfilm, der die Schleimhaut normalerweise schützt. Tenside können das Trockenheitsgefühl dann verstärken. Mehr dazu im Beitrag Trockener Mund: was tun?
Der Orangensaft-Effekt
Den kennt fast jeder: Nach dem Zähneputzen schmeckt Orangensaft bitter. Auch dafür ist unter anderem SLS verantwortlich, weil es kurzzeitig die Geschmackswahrnehmung verändert. Harmlos, aber ein schönes Beispiel dafür, dass der Stoff im Mund nicht ganz passiv ist.
Für wen eine Zahnpasta ohne SLS sinnvoll ist
- Bei wiederkehrenden Aphthen. Hier ist der Wechsel die naheliegendste Maßnahme.
- Bei empfindlicher oder gereizter Mundschleimhaut.
- Bei Mundtrockenheit, zum Beispiel durch Medikamente oder in den Wechseljahren.
- Wenn du gezielt Inhaltsstoffe reduzieren möchtest, die keinen Pflegenutzen haben, der nicht auch anders zu erreichen wäre.
Und ehrlich gesagt: Wer keine dieser Beschwerden hat, muss nicht wechseln. SLS ist in Zahnpasta zugelassen und für die meisten Menschen gut verträglich.
SLS-frei heißt nicht tensidfrei
Das wird oft übersehen. Auch Zahnpasten ohne SLS brauchen in der Regel ein Tensid, damit sie sich verteilen und Beläge lösen. Statt SLS werden dann mildere oder anders aufgebaute Stoffe eingesetzt, zum Beispiel:
- Cocamidopropyl Betaine
- Glucoside wie Decyl Glucoside
- Sodium Methyl Cocoyl Taurate
- Sodium C14-16 Olefin Sulfonate
Wer auf SLS reagiert, kommt mit diesen Alternativen oft gut zurecht. Wer auf Tenside insgesamt empfindlich ist, muss ausprobieren, welche Rezeptur passt.
So erkennst du SLS auf der Tube
Such in der Inhaltsstoffliste nach Sodium Lauryl Sulfate. Zwei Verwechslungen kommen häufig vor:
- Sodium Laureth Sulfate (SLES) ist ein anderer, chemisch abgewandelter Stoff, der als milder gilt. Er ist nicht dasselbe wie SLS, aber auch nicht SLS-frei im Sinne von tensidfrei.
- Sodium Lauroyl Sarcosinate klingt ähnlich, ist aber ebenfalls ein anderes Tensid.
Schäumt eine Zahnpasta ohne SLS?
Weniger. Das ist am Anfang ungewohnt, sagt aber nichts über die Reinigungsleistung. Entscheidend für saubere Zähne sind Putztechnik, Zeit, Zahnzwischenräume und die richtigen Wirkstoffe. Eine gute Bürste wie die MINT Clean Zahnbürste und tägliche Zwischenraumpflege mit der MINTFloss Zahnseide machen mehr aus als jeder Schaum. Viele merken nach ein paar Tagen, dass sie mit weniger Schaum sogar gründlicher putzen, weil sie nicht so schnell das Gefühl haben, fertig zu sein.
Die MINT Zahnpasten
Alle MINT Zahnpasten sind frei von SLS. Statt SLS kommt Sodium C14-16 Olefin Sulfonate zum Einsatz. Außerdem verzichten sie auf Titandioxid, warum das sinnvoll ist, steht in Titandioxid in Zahnpasta.
Bei empfindlicher Mundschleimhaut und empfindlichen Zähnen passt die MINT Sensitive Zahnpasta, bei gereiztem Zahnfleisch die MINT Paro+ Zahnpasta und für die Mundflora die MINT Biotic Zahnpasta.
Mehr zu Inhaltsstoffen, die in Zahnpasta nichts zu suchen haben, steht im Beitrag Zahnpasta No-Gos.
Häufige Fragen zu Zahnpasta ohne SLS
Was bedeutet SLS in Zahnpasta?
SLS steht für Sodium Lauryl Sulfate, auf Deutsch Natriumlaurylsulfat. Es ist ein Tensid, das die Zahnpasta verteilt, Beläge löst und für Schaum sorgt.
Ist SLS in Zahnpasta schädlich?
Für die meisten Menschen nicht. SLS ist zugelassen und gut verträglich. Bei wiederkehrenden Aphthen, empfindlicher Schleimhaut oder Mundtrockenheit kann es aber Beschwerden verstärken.
Hilft Zahnpasta ohne SLS gegen Aphthen?
Sie kann helfen. Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit wiederkehrenden Aphthen mit SLS-freier Zahnpasta weniger und kürzere Episoden haben. Ein Versuch über einige Wochen lohnt sich.
Schäumt Zahnpasta ohne SLS?
Weniger als gewohnt. Der Schaum sagt aber nichts darüber aus, wie gut die Zahnpasta reinigt.
Ist SLES das Gleiche wie SLS?
Nein. Sodium Laureth Sulfate ist ein chemisch abgewandelter, milderer Stoff. Er ist kein SLS, aber ebenfalls ein Tensid.
Fachlicher Hintergrund: MINT Cosmetics wurde von Dr. Mariana Mintcheva gegründet, Zahnärztin mit Schwerpunkt ästhetische Zahnmedizin und Leiterin des MINT Dental Spa in Düsseldorf. Alle Ratgeber-Inhalte entstehen auf Basis zahnmedizinischer Praxiserfahrung. Sie ersetzen keine individuelle zahnärztliche Beratung.
